Programm 2015 – 2020

Brixen ist zu zögerlich. Wir brauchen eine neue Aufbruchstimmung!

Wie lange wurde in Brixen über den Bau der Acquarena diskutiert? Über 10 Jahre.

Und wie lange über die Westumfahrung? So lange bis nur mehr Geld für ein unnützes Teilstück da war und sich die Realisierung des gesamten Projektes nun endlos in die Länge zieht.

Und seit wie lange wird nun über die Verlegung der Hochspannungsleitung in Milland diskutiert und die Zukunft des Lidos, über den Hofburggarten, über die Zukunft der Plose, die Stadtbibliothek,……?

Wie viele „Stadt Land Fluss Feste“ haben wir in den vergangenen Jahren in den Rappanlagen schon „gefeiert“, um die Brixner für die Gefahr des 30-jährigen Hochwassers „zu sensibilisieren“, anstatt endlich die Bauten zu realisieren, welche  die Stadt vor dem statistisch längst überfälligen Hochwasser schützen könnten.

Während andere Städte und Gemeinden die Zukunft in Angriff nehmen, ihre Chancen nutzen und Projekte auf den Boden bringen, verliert sich Brixen bei jedem Projekt in endlosen Grundsatzdiskussionen und unversöhnlich ideologischen Scharmützeln – und verliert damit zunehmend den Anschluss!

Es reicht mit diesem ewigen Zaudern und Zerreden! Wenn wir eine Zukunft haben wollen, dann müssen wir sie gestalten!

Wir brauchen umsetzbare Projekte!

Wir müssen all die Projekte, die derzeit in unserer Gemeinde auf Umsetzung warten, priorisieren, so ausgestalten, dass sie auch tatsächlich umsetzbar sind und dann eines nach dem anderen entschieden auf den Boden bringen.

Was bedeutet das für die Hochspannungsleitung in Milland:

Für Milland hat dieses Projekt absolute Priorität. Nächstes Jahr beginnt der Bau der neuen Trasse. Im Mitteilteil ist die ausgewiesene Trasse laut Angaben des Netzbetreibers Terna jedoch aus geologischen Gründen nicht umsetzbar und eine unterirdische Verlegung der Leitung viel zu teuer.
Anstatt weitere Zeit damit zu verlieren, mit den Technikern der Terna herumzustreiten, ob die ausgewiesene Trasse vielleicht doch umsetzbar wäre oder gar noch Geld für irgendwelche Studien zur Klärung dieser Frage auszugeben, soll sofort mit den Sachverständigen eine Trasse definiert werden, die technisch machbar und für die St. Andräer so verträglich wie möglich ist. Diese Trasse muss dann rasch umgesetzt werden.

Was bedeutet das für die Stadtbibliothek:

Ich bin seit Kindheit ein fleißiger Besucher der Brixner Stadtbibliothek. Die Platznot der Stadtbibliothek ist nicht zu bestreiten.

Um weitere Verzögerungen zu vermeiden, soll auch geprüft werden ob die Stadtbibliothek ins Priesterseminar verlegt werden kann anstatt einen Neubau dafür zu errichten. Der Standort wäre ideal. Das Priesterseminar würde als traditionsreiche Brixner Bildungseinrichtung wieder richtig belebt. Zudem könnte sowohl die Gemeinde als auch das Priesterseminar Strukturkosten sparen, ohne den Service für die Leser zu beeinträchtigen.

Was bedeutet das für die Plose:

Das Plose-Skigebiet steht vor dem Aus. Wer an der desolaten wirtschaftlichen Lage des Skigebietes noch Zweifel hat (oder den Gerüchten glaubt, die dazu wieder in Brixen kursieren), brauch sich nur bei der Handelskammer die Jahresabschlüsse und Bilanzen der letzten Jahre heraussuchen um zu sehen: Unter den gegebenen Umständen rentieren sich die nötigen Neuinvestitionen nicht.

Die Plose ist nicht nur ein einzigartiges Naherholungsgebiet für unsere Bevölkerung. Am Skibetrieb hängen weit mehr als hundert Arbeitsplätze. Die Rettung des Plose-Skigebietes hat für Brixen deshalb oberste Priorität und weiteres Zögern und Zaudern geht nicht mehr. Was wir für die Rettung der Plose in erster Linie benötigen ist auch klar. 1. Einen angemessenen Wasserspeicher zur Schneeerzeugung; 2. Hotelbetten, um die Auslastung des Skigebietes unter der Woche zu sichern.

1. Wasser zur Schneeerzeugung

Das Quellwasser auf der Plose gehört der Allgemeinheit. Die neue Gemeindeverwaltung muss deshalb sofort einen Ausgleich zwischen de Wasserbedürfnis des Skigebietes und der Plose Quelle finden. Da von der Zukunft des Skigebietes weit mehr Arbeitsplätze abhängig sind als von der Mineralwasserabfüllung, hat die Rettung des Skigebietes Vorrang. Ist kein Kompromiss möglich, muss die Gemeinde die Landesregierung auffordern, die Wasserkonzessionen so zuzuteilen, dass das Interesse der Gemeinde Brixen am besten gewahrt ist.

2. Hotelbetten.
Die Gemeinde hat kürzlich beschlossen, die Infrastruktur-Beiträge für Hotelinvestitionen auf dem Ploseberg zu reduzieren. Das ist eine gute Investition, die sich für Brixen mit Arbeitsplätzen, Aufträgen für Handwerkern und Steuereinnahmen reich bezahlt macht, wenn Hotels errichtet werden.

Als Anreiz für den Bau von Hotelbetten am Ploseberg war aber vor allem die Seilbahn vom Bahnhof nach St. Andrä geplant. Diese Trasse hatte bekanntlich viele Vorteile aber auch einen gravierenden Nachteil: den Überflug über bewohntes Gebiet. Wohl deshalb wurde diese Trasse bei der Volksabstimmung abgelehnt.

Um keine weitere Zeit zu verlieren, muss die neue Gemeindeverwaltung deshalb sofort Gespräche mit den möglichen Investoren aufnehmen um zu prüfen ob, und wenn ja, unter welchen Umständen, die Investoren bereit wären ihre Hotels auch bei alternativen Verbindungslösungen zu errichten.

Was bedeutet das für den Hofburggarten:

Meran hat mit Schloss Trauttmansdorf ein Zeichen gesetzt.
Für den Hofburggarten sehe ich derzeit kein überzeugendes Konzept. Ich glaube wir haben in den nächsten Jahren mit der Re-Aktivierung der Plose und ihrer Verbindung mit Brixen genug zu tun. Deshalb scheint mir die Entwicklung des Hofburggartens derzeit keine Priorität. Anstatt jährlich Miete zu zahlen, scheint es mir das Beste den Hofburggarten seiner alten Bestimmung zurückzugeben bis wir ein gescheites Konzept haben.

Wir brauchen qualifizierte Arbeitsplätze!

Als Mitarbeiter eines mittelständischen Betriebes ist mir die Sicherheit von Arbeitsplätzen ein ganz besonderes Anliegen.

In den vergangenen Jahren habe ich mit Besorgnis festgestellt, dass wichtige Südtiroler Arbeitgeber Teile ihrer Tätigkeit von Südtirol wegverlagert haben und außerhalb von Südtirol für die Zukunft ihres Betriebes investiert haben, ohne dass dies zu irgendeiner öffentlichen Debatte geführt hätte.

Niemals wurde dabei in den Medien ernsthaft diskutiert, warum diese Investitionen nicht in Südtirol vorgenommen wurden, ob wirklich alles getan wurde um Investitionen in Südtirol zu halten und ob Südtirol dabei ist seine Wettbewerbsfähigkeit als Wirtschaftsstandort zu verlieren. Dies, obwohl die Folgen davon dramatisch sind: Jede Verlagerung weg von Südtirol bedeutet den Verlust von Arbeitsplätzen und Steuergeldern mit denen wir unsere guten Schulen und Krankenhäuser auch in Zukunft erhalten können. Da Großinvestitionen von Unternehmen für Jahrzehnte ausgelegt werden, ist der Schaden auch nicht nur kurzfristig sondern langfristig.

Die neue Gemeindeverwaltung muss deshalb rasch einen engen Kontakt mit den Brixner Unternehmen aufbauen um sie in ihrer Entwicklung in Brixen so gut wie möglich unterstützen zu können.

Darüber hinaus sollte die Gemeindeverwaltung Tage der Offenen Tür der Unternehmen anregen, um die Kenntnis der Bevölkerung über die Brixner Unternehmen und das Verständnis für die Anforderungen der Unternehmen und Mitarbeiter zu erhöhen.
Insbesondere soll sich die Gemeinde auch dafür einsetzen, dass verstärkte Schülerbesuche in den Unternehmen organisiert werden, damit die Schüler bereits vor Ihrer Berufswahl ein gutes Verständnis dafür bekommen, welche Ausbildungsprofile die Brixner Unternehmen benötigen und welche Karrieremöglichkeiten sich in den Brixner Unternehmen bieten.

Wir brauchen zukunftsfitte öffentliche Strukturen!

Mit der Acquarena, der Eishalle, den Sporthallen und Sportplätzen, Bibliotheken und Kultureinrichtungen hat die Gemeinde Brixen viele wertvolle Einrichtungen für das soziale Leben der Bevölkerung.

Um diese Einrichtungen angesichts der knappen Brixner Gemeindekassen auch für die Zukunft zu sichern und die Querfinanzierung über Strom- und Wassertarife so weit wie möglich zu reduzieren, muss die Gemeindeverwaltung dafür sorgen, dass die Einrichtungen optimal genutzt und so organisiert werden, dass keine unnützen Kosten entstehen.

Wir brauchen Freiräume für neue Ideen!

Brixen ist eine traditionsreiche Stadt. Die Geschichte unserer Stadt ist ein großer Reichtum, den es zu schützen und pflegen gilt. Um auch in Zukunft attraktiv zu bleiben, benötigen wir aber auch einen ordentlichen Schuss Moderne! Ganz nach dem Münchner Motto „Laptop und Lederhose“ soll die Gemeindeverwaltung deshalb bei all ihren Projekten Innovationen und neue Ideen fördern.